Warum ich Kyūsho kann, aber kein ‚Kyusho-Jitsu‘ mache

Dieser Artikel erschien im Blog des Karate-Campus von Philipp Surkov:

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  • „Kyusho-Jitsu“ ist nicht neu, es ging auch nicht verloren. Es ist ein durch Exotisierung neu geschaffener Name.
  • Kyūsho bedeutet weder „Sekundenkampf“, noch ist der Begriff per se auf die Arbeit mit Nerven- oder Schmerzpunkten bezogen. Seine Bedeutung ist kontextabhängig und unterliegt Zuschreibungen. „Kyusho-Jitsu“ ist daher auch keine Kunst irgendwelcher „alten Meister“, denn die Bezeichnung entspringt westlicher Aushandlung.
  • Erst die Verwendung von Konzepten der Traditionellen Chinesischen Medizin gibt dem „Kyusho-Jitsu“ seine Wirksamkeit und Legitimität. Die TCM selbst erlangte ihre Gestalt während des 20. Jhdts.
  • „Kyusho-Jitsu“ ist sowohl durch seinen Namen wie auch seine äußere Erscheinung und Distribution institutionalisiert und bildet dadurch eine eigenständige, moderne Kampfkunst aus. Einen inhärenten Bestandteil traditioneller Kampfkünste kann sie außer auf Basis konstituierender Zuschreibungen nicht bilden, da die Kampfkünste selbst modern sind und in ihrer Praxis bisher ohne „Kyusho-Jitsu“ auskamen.