„(K)ein Gesundheitskarate“ – Seminarbericht

Zum ersten Seminar der Karatedo-Seminarreihe 2017 gibt es einen Bericht von Sebastian Sakraschinsgy:


Das erste Seminar 2017 habe ich hinter mir. Danke an Stephan Yamamoto für ein sehr bereicherndes Training. Ich habe hier etwas erlebt, was eigentlich Standard in der Karatewelt sein sollte!

Du weißt ja, ich hasse so stupide Seminarberichte. Wir haben das gemacht, dann das und im Anschluss jenes. Boah, langweiliger geht doch überhaupt nicht. Stattdessen möchte ich dir etwas mitgeben, das mich unglaublich beeindruckt hat.

(K)ein Gesundheitskarate

Stephan macht Karate. Nichts Besonderes könnte man meinen! Jeder macht doch irgendwie Karate. Nein, irgendwie macht der eine Sportkarate, der andere Ki Karate, dann Karate 50+, Leistungskarate, Gesundheitskarate. Alle schreiben sich irgendwas auf die Fahne. Nicht so Stephan Yamamoto. Sein Unscheinbares einfach Karate hat mich so sehr fasziniert. Einfach nur Karate.

Aber ich möchte noch eines draufsetzen. Derzeit trainiere ich unglaublich viel. Ich mache viel Krafttraining, besonders mit der Kettlebell. Dazu viel Karate, insbesondere Sparring, Sandsack und Makiwara. Mir tut alles weh! Ich fühle mich unheimlich wohl aber platt bin ich trotzdem. Als ich zu Stephan am Samstag, den 07.01.2017 kam, ging es mir gut. Es war ein bisschen früh, ich war ein bisschen müde, die Fahrt war ein bisschen lang. Aber mir ging es gut. Ein paar Wehwehchen hier, ein paar Verspannungen dort, aber ehrlich: Mir ging es gut.

Nachdem das Training begann, dachte ich mir schon im Stillen, puh, heute Abend bist du am Ende. Nach der ersten Pause: Ich war fit, wach!

Nach der zweiten Pause: Ich habe mich lebendig und beweglich gefühlt! Die Verspannungen schienen sich allesamt zu lösen!

Am Ende des Tages: Ich fühlte mich erholt! Ich konnte mich frei bewegen, habe mich lockerer in den Schultern, Hüfte und Knien gefühlt! Ich war am Ende des Tages fitter und entspannter als vor dem Seminar. Ein berauschendes Gefühl!

Ein Karate, das Karate ist und nichts anderes. Nicht besonders gesundheitsförderlich, effektiv, für eine bestimmte Zielgruppe oder überaus traditionell. Einfach Karate als Kampfkunst und Bewegungskunst. So stelle ich mir ein Training besonders im Breitensportbereich vor. Das aber nur nebenbei. Ein Training, das einen fordert aber genauso fördert. Karate, das sich dem Individuum verschrieben hat. Kein Einheitsbrei!

Ich möchte hier auf die Inhalte nicht eingehen weil es mir schwer fällt es zu beschreiben. Es ist so einfach und doch genial. Wir haben uns mit Körperwellen, Kopf-Schulter-Abkopplung, Schulter-Zentrierung, Ellenbogen-Rücken-Verbindung beschäftigt. Reine Körper- und Bewegungsmechanik. All das an den Kata Taikyoku Shodan, Heian Shodan und Jion. Dabei wurden die Kata nicht vorausgesetzt, sondern anhand von Bewegungsprinzipien zu einem Spiel. Es machte einfach Spaß sie (wieder) zu lernen.

Ich kann seine Seminarreihe nur jedem empfehlen, der sein Karate an seine körperlichen Gegebenheiten anpassen möchte. Stephan vermittelt ein sehr individuelles Karate, was jedem ermöglicht, das Beste aus seiner eigenen Kunst für sich selbst herauszuholen.

/Respekt