FAQs

Wenn Sie sich für ein Training im Shushukan interessieren oder unser Training kennen lernen wollen, sollten Sie sich die folgenden Fragen und Antworten gut anschauen:

 

1) Was benötige ich für ein Karate-Training?

Für den Anfang ist jede Trainingskleidung ausreichend, die Bewegungsfreiheit bietet. Lange Hosen sind definitv empfohlen. Das Training findet barfuss statt. Für das Außentraining empfehlen sich Schuhe mit dünner Sohle. Ein Karate-Anzug ist nur für bestimmte Anlässe verpflichtend und kann später angeschafft werden.

 

2) Ich bin steif und unsportlich/ habe lange keinen Sport gemacht. Ist Karate das richtige für mich?

Die Voraussetzungen für ein Karate-Training sind die Fähigkeit, ohne fremde Hilfe geradeaus gehen zu können, regelmäßige Teilnahme, die Bereitschaft am Selbstbild zu arbeiten und Neues zu lernen. Ein Training in den Kampfkünsten führt aus der Komfortzone heraus und an die eigenen Grenzen heran – auf vielen Ebenen. Man nimmt jedoch am Training teil, um zu lernen – nicht, um bereits zu können.

 

3) Ich würde gerne Karate lernen. Man hat mir aber gesagt, ich sei schon zu alt dafür.

Alter ist kein Grund, nicht mit Karate anzufangen. Zu den Voraussetzungen siehe (2). Wer etwas Gegenteiliges behauptet, trainiert überwiegend nach leistungssportlichen Gesichtspunkten, die nicht viel mit Karate zu tun haben. Der menschliche Körper ist nicht für dauerhafte leistungssportliche Belastungen ausgelegt.

 

​4) Wie lange brauche ich zum schwarzen Gürtel?

Das ist abhängig vom eigenen Fleiß, der Zeit, die man investiert, sowie von den unter (2) genannten Voraussetzungen. Dahingehend ist zwischen zwei und zehn Jahren alles möglich. Dan-Grade werden nicht für Mitgliedsein und Kuchenbacken vergeben, sondern für die Qualitäten des durch das Training Angeeigneten. Darin ist auch ein Scheitern, sprich Durchfallen möglich.

 

5) Ich möchte gerne abnehmen. Daher suche ich einen Sport, bei dem das ganz einfach geht.

Abgesehen davon, daß Abnehmen nur durch eine negative Energiebilanz zustande kommt (weniger Kalorien aufzunehmen als zu verbrauchen), ist unser Training nicht dazu da, sozial konstruierte Schönheits- und Gesundheitsideale weiterzutragen. Zuerst sollte man den eigenen Statuts Quo akzeptieren. Dann kann man Veränderungen erwirken.

 

6) Mein Arzt hat gesagt, Karate sei schlecht für die Knie.

Wenn man sie über Jahre hinweg falsch macht, kann die gesündeste Sache der Welt schädlich sein für die Gesundheit. Das Training im Shushukan benutzt dagegen den eigenen Körper und passt diesem die Techniken an, nicht umgekehrt.

 

7) Kann ich mit Karate richtig Kämpfen lernen?

Das Ziel eines Trainings in einer Kampfkunst hat zunächst das Ziel, die Wahrnehmung und Bewegung des eigenen Körpers (und damit verbunden des Selbstbildes) zu verbessern. Dies geschieht im Shushukan auch im Hinblick auf das Kämpfen. Kämpfen zu können setzt allerdings eine Auseinandersetzung mit den eigenen körperlichen und psychischen Grenzen voraus. Und das dauert erfahrungsgemäß sehr lange.

 

8) Macht ihr auch Vollkontakt?

Unser Training sieht bei entsprechendem Niveu auch Sparring vor. Allerdings ist das nicht der Hauptzweck unseres Trainings. Das Sparring dient nicht dazu, sich zu beweisen, sondern um die gelernten Bewegungsverbesserungen einzusetzen.

 

9) Ich habe gelesen, daß man einen Menschen mit einem Schlag töten kann. Lernt man das beim Karate auch?

Diese Behauptung ist stark übertrieben und entstammt dem Wettkampf. Der Karate-Wettkampf wurde wiederum durch japanische Fechtturniere inspiriert, wo symbolische „tödliche Treffer“ gewertet werden. Mit der bloßen Faust ist das schwer möglich. Aber fragen Sie sich selbst einmal, ob Sie von Ihrer Einstellung her in der Lage sind, jemanden zu töten.

 

10) Ich habe mal an einem Selbstverteidigungskurs teilgenommen. Dort hat man mir gesagt, daß Karate keine Selbstverteidigung ist.

Wenn nach strikten Wettkampfregeln und leistungssportlichen Schwerpunkten trainiert wird, und man das Waffentraining auslässt, stimmt das sogar. Allerdings ist es jedem selbst überlassen, ob sein Karate Sport oder Selbstverteidigung ist. Im Shushukan betreiben wir keinen Turnierkampf, was viel Raum für die Selbstverteidigung lässt. Aber dafür muss man in erster Linie lernen, sich zu bewegen.

 

11) Ich möchte Karate lernen, aber ich mag nicht an Wettkämpfen teilnehmen.

Der Wettkampf gehört nicht zu unseren Trainingszielen. In erster Linie fokussieren wir auf Bewegung und Körperstruktur. Ein wettkampforientiertes Training hat andere Ziele.

 

12) Ich möchte Karate lernen, aber ich möchte nicht angefasst werden. Kann ich trotzdem mittrainieren?

Kampfkunst findet auch im Partnertraining statt, erst Recht die Selbstverteidigung. Anzufassen und angefasst zu werden ist dabei unumgänglich. Vielleicht ist Karate hier nicht das Richtige?

 

13) Ich möchte Karate lernen, aber nicht diese Prüfungen machen, weil ich Prüfungsangst habe.

Prüfungen und Graduierungen sind ein Bestandteil der Methodik der asiatischen Kampfkünste. Wir haben uns entschieden, dieses Element beizubehalten, da es hilft die Ausbildung zu strukturieren. „Prüfungsangst“ deutet auf ein persönliches Problem hin, mit dem sich weder der Lehrer noch die Gruppe belasten darf. Intensives Training unter den unter (2) genannten Voraussetzungen verlangt auch die Bereitschaft, die Komfortzone zu verlassen. Die Entscheidung dazu obliegt einem selbst.

 

14) An dem Tag habe ich bereits Fußball-Training/ kommt das Bundesliga-Spiel. Könnte man das Karate-Training nicht auf einen anderen Tag verlegen?

First things first. Wer Karate lernen möchte, muss seine Prioritäten entsprechend setzen. Warum werden Fußball oder das Spiel statt dessen nicht verlegt? Das Shushukan ist nicht dazu da, um stellvertretend die Ansprüche anderer zu erfüllen.

 

15) Ich habe gehört, daß man sich beim Karate verbeugen muss. Ich darf mich von meiner Religion her nicht verbeugen. Kann ich trotzdem Karate lernen?

Karate entstammt einem spezifischen, kulturellen und historischen Kontext. Dazu gehört auch eine Form der Etikette, die mit den Vorstellungen und Praktiken anderer Kontexte kollidieren kann. Sie müssen entscheiden, was wichtiger für Sie ist. Aber Karate bietet ebenso wie Religionen die Möglichkeit, eine Identität aufzubauen und an einer Community teilzuhaben.

 

16) Meine Tochter/ Frau ist Muslima. Kann sie ihr Kopftuch im Training tragen?

In  unserem Training gelten keine besonderen Vorschriften, was die Bekleidung angeht (außer zu bestimmten Anlässen). Daher ist ein Kopftuch erlaubt. Allerdings dürfen keine Nadeln o.ä.  daran befestigt sein, da ansonsten die Möglichkeit von Verletzungen besteht. Auch sollte klar sein, daß das Training mit Körperübungen und extensivem körperlichen Kontakt einhergeht.

 

17) Sind meine Prüfungen aus anderen Verbänden im Shushukan anerkannt?

Niemandem wird im Shushukan untersagt, seine Graduierung, in die er Fleiß und Zeit inverstiert hat, in unserem Training zu tragen – im Gegenteil. Allerdings sind Graduierungen nicht einheitlich geregelt und sagen außerhalb des eigenen Verbandes oder der eigenen Schule wenig aus. Eine Prüfung auf den nächsthöheren Grad liegt innerhalb des Shushukan im Ermessen des verantwortlichen Lehrers. Eine Übertragung oder „Anerkennung“ von Graduierungen, die nicht im Shushukan erlangt wurden, ist nicht vorgesehen.

 

18) Ich habe als Kind Karate gemacht. Darf ich meinen alten Gürtel noch tragen?

Siehe (17), allerdings sollten noch im ausreichenden Maße Kenntnisse vorhanden sein, die das Tragen dieses Gürtels rechtfertigen. Je höher die Graduierungen, desto höher auch unsere Erwartungen.

 

19) Ich habe früher mal Karate gemacht, finde aber die Urkunden/ den Karate-Pass nicht mehr. Was muss ich tun?

Trainieren, und das regelmäßig und mit Hingabe. Alles andere ist nur Papier. Die Prüfungen im Shushukan werden beurkundet. Pässe etc. kommen nicht zum Einsatz.

 

20) Karate heisst doch „leere Hand“. Warum Waffen?

Karate gehört zu den Kampfkpünsten, die auf eine Geschichte zurückblicken können. Im Zuge dieser Geschichte spielten bewaffnete Techniken eine größere Rolle als im heute verbreiteten Sportkarate. Außerdem vertiefen Waffentechniken das Verständnis der Bewegungen und kämpferischen Gesten.

 

21) Ich habe gelesen, daß Karate aus Shaolin kommt. Ist Karate eine buddhistische Praxis?

Karate entstammt weder dem sog. „Shaolin-Tempel“, noch ist es in Japan eine Praxis des Buddhismus. Alles andere sind moderne Zuschreibungen spirituell interessierter Akteure aus Europa und den USA. Das Shushukan hat seine eigene Tradition, die ohne solche Zuschreibungen auskommt.

 

22) Ich bin schon Mitglied in einem Fitness-Studio. Kann ich bei euch ein bißchen weniger bezahlen?

Karate-Training kostet Geld, wenngleich auch nicht viel. Vielleicht geht das Fitness-Studio mit seinem Monatsbeitrag ein wenig nach unten, um ein Karate-Training zu ermöglichen? Ansonsten lässt sich durch die Reduzierung von Tabakkonsum und Wochenendparties bereits viel Geld sparen.

 

23) Warum sind die Seminare so teuer? Ich hab da mal gesehen…

Bewegungsorientierte Seminare und Seminare zu Kampfsportarten mit großem Medieninteresse (MMA, BJJ u.a.) sind ungleich teurer. Die Seminare, die im Shushukan stattfinden, liegen dagegen im unteren Preissegment.

 

24) Ich habe einen [hier eintragen]. Dan im [hier eintragen]-Vollkontakt-Stil, der in Deutschland verboten ist.

Sie müssen sehr stolz sein!