Karate und Gesundheit

Dieser Artikel erschien u.a. auf dem Weblog „SpecialMove“.

Karate und Gesundheit

Ob Karate gesund ist, also ob es wesentlich zur Gesunderhaltung beiträgt, oder ob es in Erziehung, Prävention und Therapie eingesetzt werden kann, ist eine der wenigen unstrittigen Fragen innerhalb der Karate-Szene.

Karate fand zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch seine positive Wirkung auf die Wehrtauglichkeit junger okinawanischer Männer Beachtung durch die japanische Regierung, wodurch seine Entwicklung als Schul- und Massengymnastik in Gang kam. Karate verbessert die Koordination, das kardiovaskuläre System und die Muskulatur, führt zu innerer Ruhe und stärkt das Selbstbewusstsein. Deshalb ist es von der WHO als therapeutische Sportart und allgemein als gesundheitsfördernd anerkannt. Seiner gesundheitlichen Wirkung entstammt bis heute die Attraktivität des Karate und sein guter Ruf.

Es könnte so schön sein, wäre da nicht der eine oder andere Wermutstropfen, der Fragen aufwirft. Fragen, auf die es keine zufriedenstellenden Antworten gibt. Die auffällig hohe Zahl von Kniegelenkschädigungen durch Karate, die Fehlhaltungen in Becken und Rücken, die sich auf jeder großen Kara­te-Veranstaltung häufig beobachten lassen, oder das kraftbetonte Einrasten von vermeintlich starken Be­wegungen sind nur einige Indizien dafür, daß mit dem so gesunden Karate etwas nicht stimmen kann.

Aber ist Karate überhaupt als Sportart im herkömmlichen Sinne zu sehen? Und was ist Karate, wenn es keine Sportart ist?